Technische Informationen

Konstruktion, Montage, Betrieb

Verwendung

Spannketten und Schnellverbindungen sind nur für rein statische Anwendungen geeignet. Sie dürfen nicht zum Verbinden von
rotierenden Bauteilen, z.B. Wellenkupplungen, verwendet werden.

Zentrierung

Die Flansche müssen vor dem Anlegen der Kette stabil zueinander zentriert sein, entweder direkt zueinander oder über ein dazwischen-liegendes Bauteil. Haben die Flansche beim Anlegen der Kette einen radialen Versatz, werden sie von der Kette auch in dieser Position geklemmt. Die Kettenglieder liegen dann nicht flächig auf den Flanschen.

Dies kann zu hohen, punktuellen Flächenpressungen mit bleibenden Verformungen führen. Die Kette kann die Flansche beim Verspannen nicht fluchtend ausrichten. Dazu ist der Konuswinkel zu steil. Beispiele für Zentrierungen siehe Seite . . . . .  (Link)

Flucht

Die Flansche müssen vor dem Anlegen der Kette zueinder fluchten. Sie müssen sich frei von äußeren Widerständen von der Kette verspannen lassen. Fluchtfehler der zu verbindenden Teile, besonders gegen Widerstände, kann die Kette nicht ausgleichen. Die Kette ist nur für die Vorspannkraft der Dichtungen ausgelegt. Sie kann die Flansche auch nur um den kurzen Vorspannweg der Dichtung aufeinanderzubewegen. Mit Fluchtfehlern verspannte Flansche liegen nicht am gesamten Umfang aufeinander.
Deshalb kann die Dichtung unter Druckeinwirkung durch fehlenden Kontakt, durch zu geringe Vorspannung oder durch Spaltextrusion beschädigt und undicht werden. An Flanschen die direkt metallisch aufeinander dichten, kann es aufgrund der fehlenden Auflage und Anpressung zu Leckage kommen. An einer so verspannten Verbindung liegen die Glieder nicht flächig auf den Flanschen. Dies kann zu hohen, punktuellen Flächenpressungen mit bleibenden Verformungen führen.

Stabile Auflage

Die Flansche müssen nach dem Verspannen stabil aufliegen, ent-weder direkt aufeinander oder auf einem stabilen Zwischenteil.
Eine verformbare Dichtung bietet in diesem Sinne keine stabile Auflage. Eine Spannkette mit nur einem Verschluß würde die Dichtung im Verschlußbereich mehr verformen als auf der gegenüberliegenden Seite.
Dadurch kann die Dichtung beschädigt und undicht werden. Außerdem könnte sich die Verbindung lockern wenn die Dichtung ihre Elastizität verliert.

Dichtungen

Alle Dichtungen die für den Einbau im Kraftnebenschluß, also in eingestochene Nuten, geeignet sind, können verwendet werden. Die Flansche müssen nach dem Verspannen stabil aufeinander liegen.
Wird die Dichtung kundenseitig vorgegeben, kann für die erforderliche Dichtkraft das Anzugsmoment genannt werden.

Dichtspalte

Die Konstruktion und Dimensionierung der Kettenteile und Konus-flansche ist so ausgelegt, daß die in den Zeichnungen angegebenen Belastungen wie Anzugsmoment, Druck, Temperatur, Axialkraft, Biegemoment und Drehmoment mit deutlichen Sicherheitsreserven aufgenommen werden können. Für die zu verbindenden
Bauteile ist zu beachten, daß unter Belastung die elastische Verformung der Gliederwangen und der Konusflanschbereiche zu einem Spalt im Bereich der Dichtung führen kann.
Die verwendete Dichtung muß entsprechend druckstabil und extrusionsfest sein. Für wenig druckstabile Dichtungen wie Elastomer-O-Ringe ist eventuell ein spaltverschließender Stützring aus stabilem Kunststoff erforderlich. Für Verbindungen ohne Dichtungen, an denen die beiden kundenseitigen Flansche direkt metallisch auf-einander dichten, ist kundenseitig für die zu dichtenden Medien durch Vorversuche zu klären ob die Dichtwirkung ausreicht. Andernfalls sind geeignete Dichtungen vorzusehen.

Zulässige Belastungen

Die zulässigen Belastungen wie Anzugsmoment, Druck, Axialkraft, Biegemoment, Drehmoment und Temperatur sowie die maximal zulässigen Lastwechsel müssen eingehalten werden. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Wird z.B. eine Mutter fester angezogen als mit dem
maximal zulässigen Anzugsmoment, wird die gesamteVerbindung dadurch stärker belastet. Die anderen Belastungen müssen entsprechend reduziert werden. Auf Anfrage können wir für verschiedene Belastungskombinationen Festigkeitsangaben machen.

Sicherheitsperre

Je nach Betriebssituation und Gefahrenpotential muß kundenseitig eine Sicherung installiert werden die folgende Fehler verhindert: Die Lastaufgabe wenn die Verbindung nicht oder nicht vollständig montiert
ist und das Öffnen der Verbindung unter Last. Die Ketten können entsprechende Vorbereitungen nach Kundenangaben erhalten.

TÜV-Prüfung und Materialzeugnisse

Für unsere Spannketten und Schnellverbindungen kann eine EG-Entwurfsprüfung durch den TÜV nach AD 2000-Regelwerk geliefert werden. Die Materialeigenschaften aller verbauten Einzelteile können
durch Abnahmeprüfzeugnisse 3.1 oder 3.2 nach DIN EN 10204 mit entsprechender Stempelung der Teile dokumentiert werden.

Schweißflansche

Das Anschweißen der Flansche darf nicht zum Verzug der Konus-flanschbereiche und Dichtflächen führen. Die Anschweißenden der Flansche werden in der Regel nach DIN 2559 oder nach Kundenwunsch ausgeführt. Der Kunde muß entsprechend seiner Schweißmethode eine ausreichend große Flanschlänge vorgeben bzw. den Längenvorschlag in unserer Zeichnung entsprechend seines Schweißverfahrens prüfen.

Oberflächen

Vor der Montage müssen alle folgenden Flächen unbeschädigt
und sauber sein:

  • Dichtungen und deren Gegenflächen an den Flanschen
  • Konusflächen der Flansche und Wangeninnenflächen der Glieder
  • Gewinde an Schraube und Mutter
  • Auflagefläche der Mutter und Gegenfläche am Verschlußglied

Schmierung

An den Ketten sind alle Gleitflächen mit einer dauerhaften, druck-stabilen Schmierung versehen. Nach häufigem Öffnen und Schließen müssen folgende Kontaktflächen mit einem für den Anwendungsfall 

geeignetn Schmiermittel nachgeschmiert werden: Schraubengewinde, Mutterauflagefläche und Gliederwangen. Die Konusflächen an den Flanschen müssen nicht geschmiert werden.

Montage

Falls eine Dichtung vorgesehen ist, diese in die Dichtungsnut einlegen oder in/auf den Zentrierring montieren. Die Flansche über die Zentrierung zusammenfügen. Die Dichtung darf dabei nicht aus der Nut fallen. Die Spannkette auf die Flansche legen. Die Augenschraube mit aufgeschraubter Mutter in das Verschlußglied einschwenken bis die Mutter vollständig in der Senkbohrung sitzt. Die Mutter mit dem vorgeschriebenen Anzugsmoment anziehen. An Ketten mit zwei Verschlüssen sollten die Lücken zwischen den beiden Kettenhälften möglichst gleich breit sein.

Nachspannen

Die Mutter muß nach einigen Lastwechsel nachgespannt werden um Setzerscheinungen auszugleichen.

Demontage

Vor der Demontage muß die Verbindung belastungsfrei sein. Je nach Medium und Betriebssituation muß die Gefahr durch austretende Medien beachten werden.
Die Mutter aus der Senkung herausschrauben und zusammen mit der Schraube aus dem Verschlußglied schwenken. Kette abnehmen.

Montage- und Betriebsanleitung

Entsprechend dem Produktsicherheitsgesetz wird jeder Lieferung eine „Montage- und Betriebsanleitung“ beigelegt.